Rund Fünen

In die dänische Südsee bis Anholt führt uns unser zweiter Törn. Eigentlich haben wir uns vorgenommen, es ruhig angehen zu lassen. Aber was soll ich sagen: Nach wie vor gefällt es uns am besten auf dem Wasser, dem Wind und den Wellen ausgesetzt. Deshalb sehen wir weniger Land, sammeln dafür aber mehr Segelerfahrung. 474,2 Seemeilen stehen am Ende im Logbuch.

12. September: Schleimünde – Kieler Förde
Um 15.30 Uhr schreiben wir: Fest in der Kieler Förde ins Logbuch. Wir fühlen uns erholt wie lange nicht und haben ordentlich was gelernt (auch wenn wir weniger MOB geübt haben als geplant). Und vor allem begrüßen uns Anne und Robert, Nora und Johann am Steg – mit so vielen Würstchen, dass zum ersten Mal auf diesem Törn unser großer Topf zum Einsatz kommt. Gemeinsam schippern wir die Innenförde lang, Johann steuert wie ein Großer. Und dann packen wir – schweren Herzens – für die Heimfahrt.


11. September: Ærøskøbing – Schleimünde
Mit ordentlich Wind steuern wir Schleimünde an, und wer uns kennt, weiß, wie sehr wir uns auf diesen Hafen freuen. Die Giftbude hat geöffnet, die Schlei-Skipper liegen schon wieder im Päckchen. „Der letzte Tanz“ singt Bosse, wir trinken auf den letzten Urlaubsabend – ehe wir den Heimathafen erreichen.


10. September: Avernakø -Ærøskøbing
Ærøskøbing ist mit einem Wort bezaubernd. Es gibt wieder wunderschöne bunte Häuser (jedes mit einem Spiegel zur Straßenbeobachtung versehen) und kleine Strandhütten, von denen eine liebevoller gestaltet ist als die andere. Wir merken die Nachsaison: Kaum jemand ist noch unterwegs, weder im Hafen noch in dem Dörfchen.


9. September: Hafentag Avernakø
Wir legen einen Hafentag ein und bummeln über die Insel, begegnen Königin Margarete und sind ein bisschen traurig, dass der Törn so langsam, aber sicher zu Ende geht.


8. September: Lyø – Avernakø
Eigentlich wollen wir Dyreborg besuchen, das Hafenhandbuch spricht zwar von einem sehr kleinen und oft überfüllten Hafen – doch wir sind schließlich außerhalb der Saison und mit einem kleinen Boot unterwegs. Was soll uns also passieren? Gut gelaunt steuern wir den Spot mit viel Natur an, sehen zwar einige Masten in einem wirklich winzigen Hafen, aber eben auch eine Lücke. Kaum passieren wir die Hafeneinfahrt, wollen wir auch nur noch raus. Denn auf dem scheinbar freien Platz liegt ein Motorboot (ohne Mast) und direkt in der Einfahrt ein riesiger Trimaran. Uns bleiben Bruchteile von Sekunden, in denen Roland das Boot mit lautem Motor und unter den Augen der anderen Skipper auf der Stelle dreht (während Antje filmreif kreischt. Nach drei Minuten liegt der Hafen hinter uns – und wir entscheiden uns nicht ganz freiwillig für Avernakø.

7. September: Mjels (Dyvig) – Lyø
Der Tag startet mit frischen Brötchen (prima) und einem MOB (naja). Danach verzichten wir auf das Groß und lassen uns von der großen Genua nach Lyø ziehen. Mit dieser Segelwahl überholen wir die anderen Boote, sodass wir entsprechend viele freie Boxen im Hafen finden. Wir entscheiden uns für einen Platz an der Stegmitte, schließlich hatten wir im vergangenen Jahr gesehen, wie ein Boot trocken gefallen war. Kaum sitzen wir entspannt im Cockpit, kommen die anderen Boote an – zumeist Ausbildungscrews mit waghalsigen Manövern. Antje schaut wie immer interessiert zu und bangt bei jedem Versuch mit. Jenseits des Segelns widmen wir uns der Bilge: Bier ist ausgelaufen, und die Kartoffeln sind zu neuem Leben erwacht.


6. September: Bågø – Mjels (Dyvig)
Der Wind bläst ordentlich über das Kattegat, als wir die Dyvig ansteuern. Dieser wunderschöne Landstrich lockt uns erneut, und wir werden in Mjels nicht enttäuscht. Wind, Sonne, Landschaft, Eis – besser geht ein Segeltag nicht. Hafenmeisterin Karen kassiert denn auch erst abends, als alle Wasserratten entspannt in den Cockpits liegen.


5. September: Bogense – Bågø
Wir kreuzen, kreuzen, kreuzen. Bis Middelfart kämpfen wir uns durch kräftige Regenböen, werden dann aber entschädigt von einem tollen Wind, der uns nach Bogense schiebt. Der kleine Hafen gilt als überlaufen, aber wir haben Glück zu dieser Jahreszeit und bekommen eine gute Box. Die Insel wirbt damit, besonders flach zu sein – und so misst die höchste Erhebung auch nur acht Meter. Insgesamt 29 Menschen wohnen dort, ihre Postkästen befinden sich direkt am Hafen. Nach den schönen Spots der vergangenen Tagen reizt uns die Insel aber nicht für einen nächsten Besuch.


4. September: Endelave – Bogense
Auch Bogense zählt zu den Häfen, die wir noch nicht besucht haben. Also steuern wir die Marina an, die uns wegen ihrer Größe eine Betonburg vermuten lässt. Weit gefehlt. Bogense punktet mit alter Fachwerkkulisse, dem kleinsten Haus, dem ältesten Haus auf Fynen und einem Manneken Pis. Dass wir eine frische Scholle direkt am Hafen kaufen können, begeistert uns geradezu. Und als Tipp: Am Ende des engen und sehr schönen Traditionshafens findet sich ein Becken mit 2,50 Meter Wassertiefe zum Festmachen und Wenden.


3. September: Tunø – Endelave
Was soll ich sagen: In Endelave ist Waschtag, auch das muss mal sein.


2. September: Samsø (Ankerbucht) – Tunø
Bis vor kurzem kannten wir die Zwergeninsel Tunø gar nicht, jetzt schließen wir sie sofort ins Herz. Nach nur einem kurzen Schlag legen wir in dem niedlichen Hafen fest und starten die Insel-Umrundung zu Fuß. Die Landschaft ist wunderschön, Strände und Steilküste wechseln sich ab. Unterbrochen wird das Idyll für eine Landebahn, auf der reiche Dänen mit ihren Flugzeugen ankommen und abheben können. Keine drei Stunden dauert der Fußmarsch, dann sind wir wieder am Hafen. Eine Besonderheit: Die Insel ist so klein, dass der Kirchturm auch als Leuchtturm fungiert.

01. September: Samsø/Langør – Samsø (Ankerbucht)
Unser Proviant braucht dringend eine Auffrischung, und so radeln wir erst nach Tranebjerg zum Geldautomaten, dann zum Super Bruggsen und schließlich zum Bio-Bauernhof. Zu spät merken wir, dass sich unser Favorit aus dem vergangenen Jahr in Alstrup befindet. Egal: Eier, Salat, Möhren, Kartoffeln gibt es überall frisch und reichlich. All das verstauen wir und verlegen uns abends in die Ankerbucht, wo wir einmal mehr auf die Suche nach den Mettenden gehen. Die finden sich nicht an, dafür aber der Einkaufsbon aus Kiel. Und was sollen wir sagen: Roland hat sie gar nicht aufs Band gepackt und gekauft. Immerhin müssen wir nicht weiter nach ihnen fahnden.

31. August: Anholt – Samsø/Langør
So entspannt der Schlag nach Anholt war, so nervig ist der zurück. Der Wind kommt achterlich und sorgt für eine elende Schaukelei. Kurz sind wir versucht, nach Ebeltoft zu fahren. Doch wir halten tapfer durch bis zum Sehnsuchtsort Langør. Allerdings verabschiedet sich bei einer der Patenthalsen (mal wieder) der Spanner vom Traveller. Immerhin verfügen wir jetzt über Ersatz in der Werkzeugkiste, das schreckt uns also nicht mehr. Und Langør bietet freie Platzwahl, wenigstens etwas.

29./30. August: Hafentage Anholt
So weit im Norden, das kostet zwei Hafentage. Erst erkunden wir zu Fuß die Insel und wundern uns über merkwürdige Absperrbänder auf der Erde – sie markieren die Halbmarathonstrecke, wie wir später erfahren. Den Wettkampf haben wir verpasst. Dafür finden wir den Kro, in dem Roland und Caro und andere von der Jonas einst einkehrten, bis Caro, nun ja, die Hafenmole … Ihr kennt die Geschichte 🙂
Am nächsten Tag reizt uns die Wanderung zum Leuchtturm. Einen Teil der Strecke können wir mit dem Rad fahren, dann laufen wir los. Zum Glück hatten wir vorher noch Zimtschnecken und Limonade gekauft. Beides rettet Antje vorm sicheren Tod. Denn die Sonne knallt vom Himmel, Schatten fehlt völlig, Dünen säumen unseren Weg. Landschaftlich sicherlich ein Traum. Aber Antje will in der Ostsee baden und nicht auf einer Insel schmelzen. Immerhin weiß sie jetzt, weshalb Anholt zum Wüstengürtel gehört.


28. August: Samsø/Langør – Anholt
Antje kennt Caro nicht, aber die Geschichte, wie sie als Passagierin auf der Jonas in Anholt die Hafenmole samt Fahrrad runterpurzelt. Damit wir sie nicht vergessen, erzählt Roland die Geschichte noch einmal auf dem 60 Seemeilen langen Törn (für den wir gefühlt mitten in der Nacht um 5 Uhr aufstehen). Wir kommen gut voran bei starkem Wind und zwei Knoten Strom, sodass wir um 16 Uhr im Hafen anlegen. Auch dort gibt es reichlich Platz an den Stegen, einige Boote legen sogar längs an. Was sollen wir sagen: Es regnet den ganzen Tag, und das, obwohl Anholt eigentlich zum dänischen Wüstengürtel gehören soll.

27. August: Hafentag Samsø
Wenn wir schon auf Samsø sind, dann bleiben wir auch hier. Deshalb spazieren wir erst bei Regen durch die blühende Heide und radeln am Nachmittag nach Nordby, einer pittoresken Stadt mit Weiler. Eigentlich möchten wir gern auf Bauernhöfen einkaufen, doch uns fehlen noch immer die nötigen Kronen. Zum Glück treffen wir eine Familie aus Deutschland, die Euro in Kronen tauscht. Mit Tomaten, Brokkoli, Blumenkohl und Porree im Fahrradkorb geht es zurück. Samsø-Gemüse ist einfach nur lecker.


26. August: Kerteminde – Samsø/Langør
Nach dem Ablegen gegen 8 Uhr begleitet uns steter Wind aus Süd, und wir kommen gut voran. Doch am Mittag schläft der Wind ein, für Unruhe im Boot sorgt alter Schwell – deshalb nehmen wir die Segel runter und machen den Motor an. Gemütlich tuckern wir an den vielen Inselchen vorbei bis Langør, wo überraschend viel Platz im Hafen ist. In der Nacht stürmt es, die Böen treiben das Wasser in die Bucht. Um gut 30 Zentimeter steigt der Wasserspiegel in dieser Nacht, immer wieder schauen wir, ob die Festmacher halten. Sie machen ihren Job – im Gegensatz zur Kuchenbude, die zeigt am Morgen einige Blessuren.


25. August: Trønse – Kerteminde
Unter Vollzeug legen wir um 8 Uhr ab, doch dann frischt der Wind ordentlich auf – nachmittags bis 15 Knoten. Deshalb legen wir gegen 14 Uhr das erste Reff ein, eine knappe Stunde später passieren wir die Storebeltbrücke, um 18 Uhr liegen wir dann sicher in Kerteminde. Es droht eine stürmische Nacht, doch wir bleiben gelassen an unserem Steg.


24. August: Hafentag Trønse
Flaaaaute. Nachdem sich der Hafen geleert hat, legen wir unter Motor an einem Steg an und erkunden das Dorf mit Fachwerkhäusern, Schloss Valdemar – am Nachmittag kommen erstmals auch die Fahrräder zum Einsatz. Am Abend wollen wir Mettenden braten, doch die finden sich trotz intensiver Suche nicht an. Dabei bietet unser Boot gar nicht so viele Versteckmöglichkeiten. Egal. Es gibt vegetarische Kost.


23. August: Marstal – Trønse
Regen, Regen, Regen. Bis zum Mittag gießt es vom Himmel, und wir starten deshalb erst gegen 15 Uhr nach Trønse. Als wir um 19 Uhr ankommen, ist der Hafen gut gefüllt – ein Segelboot signalisiert mit Fendern, dass wir längsseits gehen könnten. Wir entscheiden uns aber für eine Boje. Pech. Denn das andere Boot gehört Birgit und Jürgen, die wir in Svendborg vermutet hatten. Das stellen wir aber erst am nächsten Morgen fest.

22. August: Kieler Förde – Marstal
Bevor wir den Urlaub starten, versorgt uns Jürgen: Mit frisch gefangenen Schollen schickt er uns auf den Weg nach Dänemark, das Abendessen ist gesichert. Wegen angesagter Sturmböen setzen wir die kleine Fock und legen das zweite Reff ins Groß ein – dann segeln wir durch bis Marstal. Wir finden einen schönen Liegeplatz und begrüßen abends bei frischer Scholle Birgit und Jürgen an Bord.

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